Button Zum Spendenkonto - Patients' Tumor Bank of Hope - Stiftung zur Förderung der Brustkrebsforschung
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Zahlreiche Felder der Krebsforschung – vor allem die Grundlagenforschung – brauchen hochwertiges, gut annotiertes Tumormaterial. Das hat PATH. Wir stellen es Wissenschaftler*innen zur Verfügung, um die Fortschritte in der Krebsforschung zu unterstützen und zu beschleunigen.

PATH - Patients' Tumorbank of Hope - Brustkrebsfoschung und Biobank für TumorgewebePATH - Patients' Tumorbank of Hope - Brustkrebsfoschung und Biobank für Tumorgewebe
 

Aufbau und Betrieb von Gewebebanken mit gutem Probenmaterial können Wissenschaftler*innen in der Regel nicht leisten. Ein zeitlich und finanziell derart aufwendiges Vorhaben können kleine Forschungs-gruppen oft nicht umsetzen. Wir von PATH möchten die Fortschritte in der Krebsforschung durch Bereitstellung dieser Infrastruktur unterstützen und beschleunigen.

Zusammen mit unseren Kooperationskliniken haben wir klar definierte Qualitätsstandards zur Verarbeitung der Proben erstellt. Alle Kooperationspartner verpflichten sich, streng nach diesen Vorschriften zu arbeiten. So können wir gewährleisten, dass das gesamte Probenmaterial von PATH einheitlich gewonnen und verarbeitet wird.


Probengewinnung und -lagerung

Das bei der Brust-Operation entnommene Tumorgewebe wird sofort nach der Routinediagnostik in gleiche Teile (Aliqouts) aufgeteilt und bei Temperaturen von -150°C eingefroren. Die Lagerung der Proben bei diesen sehr tiefen Temperaturen sichert eine hohe Probenqualität, wie in einer Untersuchung zur RNA-Qualität gezeigt werden konnte (Babel et al., Scientific Reports, 2020, siehe Publikationsliste).

Grafik aktueller Bestand PATH BiobankGrafik aktueller Bestand PATH Biobank

Aktueller Bestand

Die Biobank der Stiftung PATH umfasst aktuell Biomaterial und Datensätze zu ca. 13.000 Brustkrebspatientinnen. Das sind insgesamt mehr als 34.000 Proben, folgender Arten:

  • Tumorgewebe, mit einer Kantenlänge von mindestens 3 mm
  • Tumornahes Normalgewebe, mit einer Kantenlänge von mindestens 3 mm
  • Blutserum, 1 ml Volumen

In der PATH-Biobank sind alle molekularen Subtypen vertreten. Die Verteilung lässt sich im Kreisdiagramm ablesen. Das Tumor-Grading wurde bei älteren Proben als Surrogat-Marker für die Ki-67 Expression verwendet.

Zu allen Proben werden zudem folgende Daten in pseudonymisierter Form dokumentiert:

  • Alter bei Diagnose, Menopausenstatus
  • ER, PR, HER2/neu
  • Ki-67, TILs
  • Tumorbiologie / Histopathologie
  • Grading, Staging
  • Therapieempfehlung des Tumorboards


Follow-up & Real World Daten

Eine Besonderheit des PATH-Leistungsspektrums ist die zusätzliche Erfassung von Real World Daten: Wir bitten die PATH-Frauen, die ihr Gewebe bei uns einlagern, in regelmäßigen Schreiben um krankheitsrelevante Informationen (Follow-up). Damit können wir die Patientendaten laufend aktualisieren, z.B. zum Krankheits- und Therapieverlauf.

Dr. Verena Thewes, Leiterin Brustkrebs Präzisionsonkologie-Studien NCT/DKFZ Heidelberg

Die PATH-Biobank ermöglicht uns, gezielt auf spezielle klinische Konstellationen zurückzugreifen – inklusive seltener Proben, die sonst kaum verfügbar sind.

Dr. Verena Thewes, Leiterin Brustkrebs Präzisionsonkologie-Studien NCT/DKFZ Heidelberg

 

Ablauf Ihrer Probenanfrage

  • Wissenschaftler*innen aus akademischen oder industriellen Einrichtungen können bei der PATH-Biobank Proben und / oder Daten beantragen, indem sie einen Forschungsantrag einreichen.
  • PATH prüft die Verfügbarkeit der angeforderten Proben. Die Forschungsanträge werden von unabhängigen Gutachtern geprüft.
  • Der Antragstellende legt ein positives Ethik-Votum für das Forschungsprojekt vor.
  • Ein bilateral unterzeichnetes Material Transfer Agreement (MTA) ist Teil jeder Kooperation.
  • PATH benennt die Aufwandsentschädigung für Proben, Daten und Logistik. 
  • PATH organisiert das Heraussuchen und den Transport der Proben und stellt die korrespondierenden Daten in pseudonymisierter Form zur Verfügung.



Interessiert?

Sind sie für Ihre Forschung an hochqualitativem Brustkrebsgewebe und annotierten Datensätzen interessiert? – Hier finden Sie unseren Forschungsantrag zum Download:

Forschungsantrag

Prof. Dr. Bernd Bodenmiller, Direktor der Quantitativen Biomedizin, Universität Zürich

Die Unterstützung von PATH war der Schlüssel für unsere Veröffentlichung in »Cell«, und mit ihrer Hilfe haben wir mehrere Folgeprojekte in Angriff genommen.

Prof. Dr. Bernd Bodenmiller, Direktor der Quantitativen Biomedizin, Universität Zürich

 

Publikationen

PATH unterstützte seit der Gründung der Biobank mehr als 45 wissenschaftliche Projekte von universitären und öffentlichen Forschungseinrichtungen sowie der Industrie mit einer Vielzahl von Proben und Daten. Die Themenfelder sind vielfältig:         

  • Grundlagenforschung
  • Target
  • Diagnostik
  • Biomarker
  • Epidemiologie
  • Prognostik
  • Probenqualität

Die daraus entstandenen wissenschaftlichen Publikationen stehen hier zum Download bereit:

  • Paul et al., Nature Communications, 2025 – PDF
  • Jackisch et al., EMJ Oncology, 2024 – PDF
  • Cords et al., Nature Communications, 2023 – PDF
  • Tietscher et al., Nature Communications, 2023 – PDF
  • Gunda et al., The Breast, 2022 – PDF
  • Bolkestein et al., Cancer Research, 2020 – PDF
  • Babel et al., Scientific Reports, 2020 – PDF
  • Mijnes et al., Oncotarget, 2019 – PDF
  • Bartel et al., J Biol Chem, 2019 – PDF
  • Laible et al., BMC Cancer, 2019 – PDF
  • Wagner et al., Cell, 2019 – PDF
  • Thewes et al., Oncogene, 2017 – PDF
  • Rudolph et al., BMC Cancer, 2016 – PDF
  • Peters et al., Deutsches Ärzteblatt International, 2015 – PDF
  • Mitchell et al., Research Involvement and Engagement, 2015 – PDF
  • Thewes et al., Cancer Research, 2015 – PDF
  • Garczyk et al., PLOS One, 2015 – PDF
  • Waldmann et al., Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 2014 – PDF
  • Fick et al., Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 2013 – PDF
  • Kloten et al., Breast Cancer Research, 2013 – PDF
  • Gevensleben et al., Int J Mol Med, 2010 – Abstract
Prof. Karolina Palucka, MD, PhD, Associate Director for Cancer Immunology, USA

Die PATH Biobank zeichnet sich durch ein hohes Maß an Professionalität und Engagement aus und erweist sich als wertvoller Partner in der Forschung.

Prof. Karolina Palucka, MD, PhD, Associate Director for Cancer Immunology, Jackson Lab, USA

 

Projektbeispiele

Dr. Verena Thewes, Leiterin Brustkrebs Präzisionsonkologie-Studien & Projektmanagement Brustkrebs, NCT/DKFZ Heidelberg

»Die PATH-Biobank ist für uns ein hochprofessioneller Partner in der translationalen Krebsforschung. Sie ermöglicht uns nicht nur den Zugang zu exzellent annotiertem, hochqualitativem Brustkrebs-Biomaterial, sondern auch die seltene Chance, gezielt auf spezielle klinische Konstellationen zurückzugreifen – inklusive seltener Proben, die sonst kaum verfügbar sind. Unsere Partnerschaft mit PATH ist geprägt von hoher Verlässlichkeit, wissenschaftlichem Verständnis und einem stets lösungsorientierten Austausch. Für unsere Arbeit am NCT / DKFZ Heidelberg ist diese Zusammenarbeit von unschätzbarem Wert.«

Dr. Verena Thewes, Leiterin Brustkrebs Präzisionsonkologie-Studien & Projektmanagement Brustkrebs, NCT/DKFZ Heidelberg

Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
Prof. Dr. Peter Lichter, Dr. Verena Thewes

Ein seltenes Kollektiv von 18 fresh frozen Probenpaaren, Primärtumor und Rezidiv unter Tamoxifen (Antiöstrogen)-Therapie, wurde an die AG von Prof. Lichter vom DKFZ, Heidelberg, abgegeben. Verena Thewes konnte durch qT-PCR Messungen der Proben eine starke Expression des Enzyms BCAT1 (branched-chain amino acid transaminase 1) in antiöstrogen-resistenten Zellen zeigen. Die systematische Analyse von BCAT1 in vitro und in vivo weisen auf eine Beteiligung von BCAT1 am Wachstum von antiöstrogen-resistenten und Östrogenrezeptor-negativen Brusttumoren hin. Darüber hinaus wurde eine Assoziation zwischen hoher BCAT1 Expression und einem erhöhten Level des Proliferationsmarkers Ki-67 beobachtet, die eine pro-proliferative Rolle von BCAT1 in Brustkarzinomen suggeriert. Hohe BCAT1 Level sind mit einem verringerten relapse-free survival in Patienten unter adjuvanter Tamoxifen-Therapie und einem verringerten Gesamtüberleben assoziiert. (Thewes et al., Oncogene (2017), 1–11).

Prof. Dr. Bernd Bodenmiller, Direktor der Abteilung für Quantitative Biomedizin, Universität Zürich

»Die von Patienten gegründete PATH-Biobank ist ein Partner, dem man wirklich vertrauen und auf den man bauen kann. PATH hat für uns die Sammlung von Brusttumorproben für die Einzelzell-analyse organisiert. Sie planten und organisierten alle Biobanking-Aktivitäten auf hochprofessionelle Weise und sorgten dafür, dass wir über viele Jahre hinweg kontinuierlich Proben von höchster Qualität sammeln konnten. PATH unter-stützte uns auch in rechtlichen Fragen und hält die Patientendaten bis heute auf dem neuesten Stand. Diese Unterstützung von PATH war der Schlüssel für unsere Veröffentlichung in Cell, und mit ihrer Hilfe haben wir mehrere Folge-projekte in Angriff genommen.«

Prof. Dr. Bernd Bodenmiller, Direktor der Abteilung für Quantitative Biomedizin; Universität Zürich, assoziierter Professor für Quantitative Biomedizin im Fachbereich Biologie; ETH Zürich, Schweiz

Bodenmiller Lab, Universität Zürich
Prof. Dr. Bernd Bodenmiller

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Bernd Bodenmiller an der Universität Zürich kooperiert seit vielen Jahren mit PATH. 
Tumorzellen und assoziierte gesunde Zellen bilden Tumor-Ökosysteme, die disease progression und das Ansprechen auf die Therapie bestimmen. Um diese Ökosysteme genauer zu charakterisieren, erstellten Johanna Wagner et al. einen large-scale, single-cell Atlas von Tumor- und tumor-assoziierten Immunzellen. Zusammen mit den Klinischen Daten wurden 144 Tumorgewebeproben aller molekularer Subtypen und 50 Normalgewebeproben, größtenteils von PATH zur Verfügung gestellt, analysiert. 
Die Daten ergaben eine breite phänotypische Diversität in der Zusammensetzung von Tumor- und Immunzellen in den verschiedenen Brustkrebs-Ökosystemen, u. a. phänotypische Abnormalitäten und phänotypische Dominanzen. Die Analyse des Zusammenspiels zwischen Tumor und Immunzellen ergab charakteristische Muster, die mit einer Immunsuppression und poor prognosis assoziiert sind. PD-L1+ tumor-assoziierte Makrophagen und erschöpfte T-Lymphozyten waren vermehrt in high grade ER- und ER+ Tumoren zu finden. (Wagner et al., 2019, Cell 177, 1330–1345).

 

BioNTech
Dr. Michael Oed und Dr. Mark Laible

An »Curls« wurden von 322 FFPE-Proben mittels RT-qPCR die mRNA-Expression von ESR1/ER, PGR/PR, ERBB2/HER2 und MKI67/Ki67 untersucht. Mit Hilfe der ausführlichen PATH-Follow-up Daten konnte eine Kaplan Meier Analyse erfolgen. Es zeigte sich, dass nach einer medianen Follow-up Zeit von 7,8 Jahren die Frauen aus der Gruppe mit „Luminal A-like“ Tumoren signifikant häufiger ein Fernmetastasen-freies Überleben berichteten, im Vergleich zu den Frauen, deren Tumoren anders eingruppiert wurden, dabei handelte es sich überwiegend um „Luminal B-like“ Tumoren.

Frauen, deren Erkrankung mittels RT-qPCR als „Luminal A-like“ eingestuft wurde, erlitten sehr viel seltener eine Fernmetastasierung im 10-Jahres Zeitraum nach der Diagnose. (Laible et al. BMC Cancer (2019) 19:694)

 

Epidemiologie Uniklinik Schleswig-Holstein
PD Dr. Annika Waldmann, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie

Epidemiologische Fragestellung: Werden ältere Frauen leitliniengerecht behandelt? – Laut S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie sowie Nachsorge des Mammakarzinoms sind in die Therapieentscheidung von Arzt und Patientin Behandlungsoptionen, Nutzen sowie Risiken unter anderem in Abhängigkeit des Alters einzubeziehen. Der Frage nach altersgruppenspezifischen Unterschieden in der Therapie des Mammakarzinoms ging die Arbeitsgruppe um Annika Waldmann nach. In einer retrospektiven Analyse wurden die Follow-Up-Daten von über 3.000 Frauen mit invasivem Primärtumor ohne Fernmetastasierung untersucht. Es zeigte sich eine signifikante Altersabhängigkeit für selbstberichtete Therapiemaßnahmen. Ältere Frauen (>69 Jahre) wurden signifikant weniger häufig brusterhaltend operiert und bekamen signifikant seltener Chemo- oder Strahlentherapie und zielgerichtete Behandlungen (AHT und Trastuzumab) als Patientinnen der jüngeren Altersgruppen (<50; 50-69 Jahre). Die Gründe hierfür blieben auf Basis der vorliegenden Auswertung ungeklärt.  (Peters et al., Dtsch Ärztebk Int, 2015; 112:577-84)

Evan D. Paul, PhD, leitender wissenschaftlicher Angestellter bei MultiplexDX

»PATH Biobank und Biobanken im Allgemeinen waren entscheidend für die erfolgreiche retrospektive Validierung unseres Multiplex8+ Brustkrebstests. Der Zugang zu klinischen Proben bleibt für kleine Startups aufgrund der Silos, die große Pharmaunternehmen und akademische Elitegruppen aufbauen, eine Herausforderung. Deshalb unterstützt MultiplexDX mit Begeisterung die Aufgabe von Biobanken, qualitativ hochwertige Proben mit akribisch kommentierten klinischen Daten bereitzustellen, damit ALLE wissenschaftlichen Forscher unseren gemeinsamen Kampf gegen Krebs vorantreiben können.«

Evan D. Paul, PhD, leitender wissenschaftlicher Angestellter bei MultiplexDX

MultiplexDX, Bratislava
Evan Paul, PhD, Chief Scientific Officer

Für die Entwicklung des innovativen, prognostischen Tests Multiplex8+ wurden 715 FFPE-Proben der PATH-Biobank an die Firma MultiplexDX (Bratislava, Slowakei) abgegeben. Die zu Grunde liegende Methode mFISHseq nutzt einen bahnbrechenden Ansatz, der mehrere moderne Labortechniken kombiniert: RNA-FISH (Fluoreszenz In situ Hybridisierung) für die vier klassischen Biomarker (ESR1, PGR, HER2/ERBB2, Ki67) erfasst räumlich heterogene Biomarkerexpression und identifiziert sogenannte Regions of Interest (ROIs). Diese ROIs sind tumorreine Gewebeabschnitte, welche dann mittels Laser Capture Microdissection (LCM) gezielt entnommen werden. Für diese ROIs werden mittels RNA Sequencing umfassende Transkriptomprofile erstellt und analysiert, wobei auch gleich die kritische Herausforderung der intratumoralen Heterogenität bewältigt wird. In einer Studie zeigte mFISHseq eine Genauigkeit von 93 % im Vergleich zur IHC und identifizierte Biomarker, die das Ansprechen auf zielgerichtete Therapien, einschließlich Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten und Immuntherapien, vorhersagen können.